Andreas Klöden gewinnt Schlussetappe in Bayern
T-Mobile-Profi Andreas Klöden hat bei der Bayern-Rundfahrt seinen ersten Saisonsieg eingefahren. Der Tourzweite gewann am Sonntag die Schlussetappe von Kulmbach nach Neumarkt i. d. Oberpfalz über 174 km im Alleingang.
Mit einem Rückstand von neun Sekunden erreichten Klödens ehemalige Begleiter Nicolas Portal (Ag2r) und der Norweger Kurt-Asle Arvesen (CSC) das Ziel. Den Sprint des Hauptfeldes sicherte sich Sebastian Siedler (Wiesenhof), der auch das Blaue Punktetrikot mit nach Hause nahm.
Rich Gesamtsieger
Zeitfahrspezialist Michael Rich (Gerolsteiner) gewann die Gesamtwertung vor T-Mobile Profi Alexander Vinokourov. "Vino" hatte im Finale mehrfach versucht sich aus dem Peloton zu lösen, wurde aber immer wieder gestellt. Für Rich war es nach 2002 und 2003 der dritte Erfolg in Süddeutschland.
"Es ist heute super für uns gelaufen. Unsere Taktik ist aufgegangen. 'Klödi' war heute so gut drauf, dass er das Rennen alleine nach Hause gefahren hat", sagte Magenta-Youngster Bernhard Kohl erfreut und auch ein bisschen stolz. Zusammen mit seinen Teamkollegen und dem Sportlichen Leiter Frans van Looy feierte er in Bayern anschließend den dritten Saisonsieg.
Klöden Protagonist des Tages
Fest entschlossen, sich auf dem letzten Abschnitt der fünftägigen Rundfahrt noch einmal in Szene zu setzten, startete T-Mobile-Profi Andreas Klöden bereits nach acht Kilometern den ersten Ausreißversuch. Zusammen mit Vorjahressieger Jens Voigt (CSC) hatte der Tourzweite einen ausgesprochenen Rouleur an seiner Seite. Das Peloton ließ die Beiden aber nicht weg.
Dafür klappte es beim zweiten Mal: Im Anstieg zur Friesenquelle hatten die Beiden als Teil einer 21-köpfigen Ausreißergruppe den Absprung vom Peloton geschafft. Doch dem Deutschen Meister war die Gruppe zu groß. Zusammen mit den beiden CSC-Profis Jakob Piil und Kurt-Asle Arvesen sowie dem Franzosen Nicolas Portal (Ag2r) sprengte Klöden kurz darauf die Führungsgruppe und führte so ein überschaubares Spitzen-Quartett herbei.
Klöden macht am Berg Tempo
Sehr gut aufgelegt, gewann der Magenta-Fahrer die ersten beiden Bergwertungen der zweiten Kategorie in Gößweinstein (km 51) und in Gräfenberg (km71). Hier betrug der Vorsprung knapp fünf Minuten auf das Hauptfeld, das bei sommerlich-heißen 30 Grad vom Team Gerolsteiner angeführt wurde.
Einen Schock musste das Lamonta-Team kurz nach der Rennhälfte verdauen. Christoph von Kleinsorgen war in der Verpflegungszone schwer gestürzt. Als der 24 Jahre alte Radprofi der drittklassigen deutschen Equipe einen Verpflegungsbeutel annahm, verfing dieser sich in den Speichen seines Vorderrades. Von Kleinsorgen überschlug sich und prallte mit dem Kopf auf dem Asphalt auf.
Glücklicherweise war sofort der Rennarzt bei dem Verletzten, dessen Zustand zunächst sehr kritisch aussah. Von Kleinsorgen, der mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen wurde, erlangte nach zehn Minuten wieder das Bewusstsein. Offenbar hat sich der Etappensieger der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt ein Schädelhirntrauma, aber keine lebensgefährlichen Verletzungen zugezogen.
Auch 'Vino' sehr aktiv
Erfreulich hingegen war Klödens Leistung. Als Tempomacher in der Spitze ging er vor allem an den Steigungen in Führung. Am letzten Bergpreis (Fuchsberg/ 2.Kat./ km 151) hielt sich Klöden zurück, um Kraft fürs Finale zu sparen. Das Quartett hatte vor der 20 km langen Schlussrunde um Neumarkt noch ein Zeitpolster von 3:30 Minuten auf das Peloton.
Auch im Hauptfeld tat sich etwas. Im Anstieg zerfiel es zunächst in zwei Teile. Dann lancierte der Gesamtzweite Alexander Vinokourow eine Attacke. Doch die Fahrer aus der Vulkan-Eifel um ihren Spitzenreiter Michael Rich waren hellwach und holten "Vino" zurück. "Am letzten Berg haben wir drei Mal für 'Vino' attackiert, aber Gerolsteiner war immer präsent", sagte Nachwuchsfahrer Kohl.
Vorne jedoch führte "Klödi" die Entscheidung herbei: Knapp zehn Kilometer vor dem Ziel setzte er sich von seinen ehemaligen Begleitern ab und fuhr seinem ersten Saisonsieg entgegen. (hr)

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